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HomocysteinExperte
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 B-Vitamine und Fruchtbarkeit bei Männern
Eine große Zahl von Patienten in Europa bemüht sich um medizinische Hilfe auf Grund von Unfruchtbarkeit. Obwohl sich die Technologie zur In-vitro-Befruchtung ständig weiterentwickelt, gelingt nur bei 20% der Behandlungszyklen die Geburt neuen Lebens. Ein verminderter Vitamin-B-Status und erhöhte Konzentrationen von Homocystein werden mit dem frühen Verlust einer Schwangerschaft in Verbindung gebracht (Ronnenberg et al. 2002;Nelen et al. 2000;Ray and Laskin 1999). Eine leichte Hyperhomocysteinämie wird durch einen Vitamin-B-Mangel verursacht. Verschiedene Studien der letzten Jahre zeigen eine mögliche Verknüpfung zwischen gestörtem Hcy-Stoffwechsel und Unfruchtbarkeit (Lee et al. 2006;Ebisch et al. 2006). Des weiteren heben neue Forschungsergebnisse die Rolle von Vitamin B12 in der Bildung von Spermien hervor (Boxmeer et al. 2007). In einer Studie mit fruchtbaren Männern (n = 70) und Männern mit verminderter Fruchtbarkeit (n = 63), die anhand ihrer Samenkonzentration klassifiziert wurden, war erhöhtes Homocystein, Folat, B12 und B6 im Blut mit den Konzentrationen im seminalen Plasma verbunden. In fruchtbaren Männern war höheres Folat im seminalen Plasma assoziiert mit geringeren DNA (Erbsubstanz)-Schäden (Boxmeer et al. 2009). Aktuelle Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass unfruchtbare Männer, besonderes die mit einem MTHFRC677T-Polymorphismus (Häufigkeit liegt bei ca. 12-14% in Europa), davon profitieren könnten, als Nahrungsergänzung Methylgruppendonatoren (B-Vitamine, Betain, Cholin) zu erhalten (Kelly et al. 2005). In der Tat hat sich bei unfruchtbaren Männern, denen Folsäure verabreicht wurde, die Fruchtbarkeit verbessert und die Azoospermie (vollständiges Fehlen von Samenzellen im Ejakulat) abgenommen. Die Behandlung alleine mit Folsäure (15mg/Tag) über einen Zeitraum von drei Monaten verursachte eine Verbesserung der Spermienzahl, der Beweglichkeit und eine Abnahme der Rundzellzahl (z.B. nicht ausgereifte Spermien) (Bentivoglio et al. 1993). Die Bedeutsamkeit dieser Veränderungen war besonders beeindruckend bei den Männern, deren Partnerinnen später schwanger wurden. Heute werden derart hohe Folsäure-Dosierung nicht mehr empfohlen. Eine Supplementation mit Folsäure von 200-500 µg plus B12 von 100-500 µg und B6 von 10-50 mg/Tag ist aber ratsam. Die molekulare Grundlage der Spermienkapazität ist bis heute nicht genau geklärt. Es hat sich gezeigt, dass die Kapazität in Zusammenhang steht mit Veränderungen in der Plasmamembran-Fluidität der Spermien und möglicherweise von Phospholipiden. Hyperhomocysteinämie ist außerdem mit oxidativem Stress assoziiert. Dieser wird in Bezug zur Unfruchtbarkeit gesetzt.
Literatur
Bentivoglio G., et al. (1993). Fertil. Steril. 60, 698-701. Boxmeer J. C., et al. (2009). Fertil. Steril. 92, 548-556. Boxmeer J. C., et al. (2007). J Androl 28, 521-527. Ebisch I. M., et al. (2006). Hum. Reprod. 21, 1725-1733. Kelly T. L., et al. (2005). Biol. Reprod. 72, 667-677. Lee H. C., et al. (2006). Hum. Reprod. 21, 3162-3170. Nelen W. L., et al. (2000). Hum. Reprod. 15, 954-960. Ray J. G. and Laskin C. A. (1999). Placenta 20, 519-529. Ronnenberg A. G., et al. (2002). Obstet. Gynecol. 100, 107-113.
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