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HomocysteinExperte
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 Polymorphismus sagt das Ansprechen auf Folsäure voraus
MTHFR 677 C nach T Polymorphismus sagt das Ansprechen auf eine Folsäure-Supplementierung voraus
Crider KS, Am J Clin Nutr 2011 (online publiziert am 20. April)
Der MTHFR C677T Polymorphismus ist eine genetische Variante in einem Gen, das ein wichtiges folat-metabolisierendes Enzym kodiert. Das mutierte TT Enzym wird bei 12-15% der europäischen Bevölkerung gefunden. Diese Mutation ist assoziiert mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Erkrankungen, einschließlich einiger Geburtsdefekte. Menschen, die diese Mutation tragen, benötigen mehr Folat als Menschen ohne diese Mutation. In einer großen Studie mit 932 jungen Frauen im gebärfähigen Alter wurden die Auswirkungen von 4 verschiedenen Folsäuredosen im Bezug auf den MTHFR-Polymorphismus untersucht. Zielparameter waren Plasma-Homocystein sowie Serum- und Vollblutfolat. Folsäure wurde entweder täglich (100 µg, 400 µg oder 4000 µg) oder einmal wöchentlich (4000 µg) über einen Zeitraum von 6 Monaten verabreicht. Blutproben wurden zu Beginn, nach 1, 3 und 6 Monaten sowie nach 3 Monaten nach dem Ende der Vitamineinnahme genommen.
Frauen mit dem TT-Polymorphismus zeigten ein generell geringeres Ansprechen auf die Folsäure-Supplementierung. Die Studie zeigt, dass 100 µg Folsäure nicht ausreichend war, um Homocystein zu senken oder das Vollblut-Folat zu erhöhen – selbst nach 6 Monaten nicht. 400 µg Folsäure/Tag war beim TT-Genotyp ausreichend, um das Serum- und Vollblut-Folat um 60% zu erhöhen und das Homocystein um 3 µmol/l zu senken. Dieser Effekt wurde nach 3 und 6 Monaten sichtbar, nicht aber nach 1 Behandlungsmonat. 4 mg Folsäure war ebenfalls wirksam, jedoch ist diese hohe Dosierung nicht für eine Langzeitsupplementierung geeignet. Das Absetzen der Vitamin-Supplementierung zeigte sich nach 3 Monaten in einer Erhöhung des Homocysteins und Absenkungen von Serum- und Blut-Folat bei allen Genotypen, besonders aber bei TT. Die Studie liefert Belege, dass eine Supplementierung mit 400 µg Folsäure für 3-6 Monate nötig ist, um Homocystein zu senken oder zu normalisieren und das Blut-Folat zu erhöhen. Dies unterstützt demnach stark die Empfehlung, Folsäure mindestens 3 Monate vor der Konzeption einzunehmen, um Geburtsdefekten vorzubeugen. Folate werden nicht für längere Zeit im Körper gespeichert, aus diesem Grund verursachte das Ende der Supplementierung nach 3 Monaten verringerte Folatkonzentrationen und erhöhte Homocysteinwerte.
Sehr geringe Dosen von 100 µg Folsäure/Tag oder hohe Dosen von 4 mg Folsäure/1 mal pro Woche sind nicht effektiv für die Verbesserung des Folatstatus.
Kritik am Studiendesign und weitere Empfehlungen: Folsäure wurde allein und ohne Kombination mit anderen B-Vitaminen supplementiert. Probanden mit B12-Mangel (definiert als Serum-B12 < 148 pmol/l) und solche mit Anämie wurden ausgeschlossen. Jedoch wurden Frauen mit B6-Mangel nicht ausgeschlossen und viele Menschen mit B12-Mangel haben ein GesamtB12 > 148 pmol/l. Aus diesem Grund wurden möglicherweise Frauen mit B12-Mangel übersehen. Dies ist eine Limitation der Studie, da viele Frauen eine geringe Resonanz für Folsäure haben, da sie B6- und/oder B12-Mängel hatten. Gegenwärtige Empfehlungen beharren auf einer Supplementierung mit einer Kombination von Folsäure, B6 und B12 für eine optimale Wirkung.
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