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Einnahme von Vitamin B12 für Senioren
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Beitrag Einnahme von Vitamin B12 für Senioren
Mangel mit Folgen: Experten streiten um vorbeugende Einnahme von Vitamin B12 für Senioren
http://www.neues-deutschland.de/artikel ... olgen.html
Von Angela Stoll 15.11.2011 / Gesund leben

Vitamin B12, das vor allem in Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten steckt, kann von manchen Menschen, darunter Senioren, nicht richtig verwertet werden. Experten streiten nun, ob eine vorbeugende Nahrungsergänzung sinnvoll ist.

Beim Stichwort Vitaminmangel denkt man zunächst an Menschen, die kaum Obst und Gemüse essen. Doch auch bei normaler Ernährung kann es dazu kommen, dass jemand zu wenig Nährstoffe aufnimmt, weil er sie einfach nicht optimal verwerten kann. Das kann beispielsweise älteren Menschen mit dem Vitamin B12 so gehen.

Wird der Körper längere Zeit nicht ausreichend mit dem B-Vitamin versorgt, kommt es neben allgemeiner Schwäche manchmal zu neurologischen Symptomen wie Kribbeln in Armen oder Beinen sowie Gangstörungen. Auch das Gedächtnis kann nachlassen. Man denkt nicht gleich an einen Vitamin-B12-Mangel: »Es gibt keine eindeutigen Symptome, die auf eine Unterversorgung hinweisen«, sagt Prof. Rima Obeid vom Universitätsklinikum des Saarlands, deren Forschungsgruppe sich mit diesem Thema auseinandersetzt.

Vitamin B12 spielt eine wichtige Rolle bei der Blutbildung, der Zellteilung und der Funktion der Nervenzellen. Um den Stoff aus der Nahrung aufnehmen zu können, muss die Magenschleimhaut ein spezielles Eiweiß, den sogenannten Intrinsic Factor, bilden. Produziert der Körper zu wenig von diesem Protein, kann er das Vitamin nur schlecht verwerten, sodass es nach Jahren zu Mangelerscheinungen kommen kann. Manche Magen-Darm-Probleme, wegen derer Vitamin B12 schlechter aufgenommen wird, sind im Alter wesentlich häufiger. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) leiden 30 Prozent der über 65-Jährigen an einer chronischen Magenschleimhautentzündung (Gastritis).

Obeid ist davon überzeugt, dass sich hinter neurologischen Problemen bei Senioren öfter als angenommen ein Vitamin-B12-Mangel verbirgt. Sie fordert, Patienten mit solchen Symptomen gezielt auf eine Unterversorgung hin zu untersuchen. Dagegen sagt Prof. Ralf-Joachim Schulz, Chefarzt des St. Marien-Hospitals in Köln: »Wir sehen bei uns an der Klinik nur selten einen Vitamin-B12-Mangel.« Bei nur acht Prozent der Patienten sei der Vitamin-B12-Spiegel zu niedrig - dagegen hätten 62 Prozent einen Folsäuremangel und sogar 73 Prozent einen Vitamin-D-Mangel. »Die Bedeutung des Vitamin-B12-Mangels bei Senioren wird oft überschätzt«, betont Schulz, der zugleich Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie ist.

Doch Obeid misstraut den üblichen Tests. In der Regel lasse der Arzt nur den Gesamtspiegel von Vitamin B12 im Blut messen, um einem Mangel auf die Spur zu kommen. »Dieser Wert besagt aber gar nichts«, sagt sie. Am Gesamtspiegel lasse sich nämlich nicht erkennen, wie viel Vitamin B12 tatsächlich aktiv sei. Aussagekräftig seien nur die »modernen Marker«, allen voran das aktive B12 (Holotranscobalamin), meint Obeid. Die Kosten für diesen Test müssen Patienten aber unter Umständen selber tragen.

Wurde der Mangel nachgewiesen, bekommt der Patient Vitamin-B12-Spritzen - manchmal reicht es auch, den Stoff in Tablettenform zu nehmen. »Dadurch lässt sich der Stoffwechsel schon innerhalb von ein bis zwei Wochen korrigieren«, sagt Obeid. Die neurologischen Symptome verschwänden aber manchmal nicht mehr. Das ist der Grund, warum die Forscherin alten Menschen empfiehlt, vorbeugend Vitamin-B12-Tabletten - kombiniert mit Folsäure - einzunehmen. Zusätzlich sollten Senioren ein Mal jährlich ihren Blutspiegel kontrollieren lassen, rät sie. Die DGE folgt ihr in diesem Punkt aber nicht. Und auch Norbert Frickhofen von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin sagt: »Wer sich normal ernährt und keine bekannte Gastritis hat, braucht kein zusätzliches Vitamin B12.«


Mo Dez 12, 2011 5:24 pm
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