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HomocysteinExperte
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 Serumfolat oder Folataufnahme und Pankreaskrebs
Ein Update der Beziehungen zwischen hohem Serumfolat oder hoher Folataufnahme und Pankreaskrebs
Pankreaskrebs (Bauchspeicheldrüsenkrebs) ist die 5. häufigste Ursache für Todesfälle durch Krebserkrankungen in Europa. Es gibt keine effektive frühe Diagnose. Eine ausreichende Folataufnahme wurde für die mögliche Rolle in der Krebsvorbeugung diskutiert. Einige Studien sprechen aber gegen sehr hohe Dosen von Folat, da diese potentiell das Tumorwachstum fördern können. In einer Verlaufsstudie über 13 Jahren mit > 27.000 männlichen Rauchern zeigten jene mit einer Folataufnahme > 373 µg/Tag (5. Quintile) ein geringeres Risiko für Pankreaskarzinome als jene mit der niedrigsten Quintile (< 280 µg/Tag) (1). Eine weitere neuere Studie mit > 100.000 Personen (2) belegt, dass eine tägliche Folataufnahme von ≥ 253 μg verglichen mit ≤ 179 μg bei Frauen schützend wirkte, während bei Männern die Folsäuresupplementation das Pankreaskrebsrisiko nicht beeinflusste (2). Studien mit Messungen von Plasmafolat und Gesamthomocystein (tHcy) konnten keine Assoziation zum Pankreaskrebsrisiko nachweisen (3). Ähnliches wurde auch aus den Niederlanden berichtet, ein Land, das keine Folsäurefortifikation durchführt (4). Eine schwedische prospektive (vorausschauende) Studie über 8,6 Jahre an > 81.000 Männern und Frauen fand, dass eine Folataufnahme von > 350 µg/Tag verglichen mit ≤ 200 µg/Tag mit einem niedrigeren Krebsrisiko assoziiert war. Ein erhöhtes Risiko für Pankreaskarzinom bestand nicht, wenn die Folsäuresupplementation (verglichen mit keiner Supplementation) ≥ 300 μg/Tag war (5). Folatmangel, wie auch die Überdosierung von Folsäure, können die DNA-Stabilität, die Genexpression und die Zellproliferation (Zellvermehrung) beeinträchtigen. Folatmangel kann genetische wie auch epigenetische (Prägung der Gene) Auswirkungen haben und so eine Tumorentwicklung unterstützen. In einer kürzlichen Studie von S.C. Chuang et al. (Eur J Cancer 2011), die in der europäischen Bevölkerung durchgeführt wurde, wurde keine eindeutige Beziehung bei Männern und Frauen festgestellt (6). Die Autoren argumentierten, dass eine Erhöhung des Pankreaskrebsrisikos mit geringem Serumfolat und auch mit hohem Serumfolat in Beziehung stand. Jedoch ist das Serumfolat, das in der Studie als hoch eingestuft wurde (> 20 nmol/l), sehr häufig in der Bevölkerung anzutreffen, die keine Folatsupplemente einnimmt. Eine eindeutige Beziehung wurde zwischen Pankreaskrebs und Methionin beobachtet. Eine solche Assoziation wurde mit Serumfolat, Homocystein und Cobalamin (Vitamin B12), drei metabolische Marker, die stark mit dem Methioninlevel in Zusammenhang stehen, nicht gefunden. Die Ergebnisse dieser Studie deuten stark darauf hin, dass eine methioninreiche Diät (ohne ausreichend Folat, um das aufgenommene Methionin zu verstoffwechseln) mit bestimmten Ernährungsgewohnheiten (z.B. fleischreiche Kost) im Zusammenhang steht. Die Studie ging nicht auf die Einnahme von Supplementen (natürliches Folat und Folsäure) ein und beinhaltete in manchen Quintilen nur wenige Fälle. Aus diesem Grund unterstützen die vorliegenden Beweise keine übereinstimmende Beziehung zwischen Folataufnahme oder -konzentration und dem Pankreaskrebsrisiko. Dies deutet darauf hin, dass die vereinzelten positiven Ergebnisse einiger Studien auf Störfaktoren, wie z.B. andere Nahrungsbestandteile, zurückzuführen sind.
Reference List
1. Stolzenberg-Solomon RZ, Pietinen P, Barrett MJ, Taylor PR, Virtamo J, Albanes D. Dietary and other methyl-group availability factors and pancreatic cancer risk in a cohort of male smokers. Am J Epidemiol 2001;153:680-7. 2. Oaks BM, Dodd KW, Meinhold CL, Jiao L, Church TR, Stolzenberg-Solomon RZ. Folate intake, post-folic acid grain fortification, and pancreatic cancer risk in the Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening Trial. Am J Clin Nutr 2010;91:449-55. 3. Schernhammer E, Wolpin B, Rifai N, Cochrane B, Manson JA, Ma J et al. Plasma folate, vitamin B6, vitamin B12, and homocysteine and pancreatic cancer risk in four large cohorts. Cancer Res 2007;67:5553-60. 4. Keszei AP, Verhage BA, Heinen MM, Goldbohm RA, van den Brandt PA. Dietary folate and folate vitamers and the risk of pancreatic cancer in the Netherlands cohort study. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2009;18:1785-91. 5. Larsson SC, Giovannucci E, Wolk A. Methionine and vitamin B6 intake and risk of pancreatic cancer: a prospective study of Swedish women and men. Gastroenterology 2007;132:113-8. 6. Chuang SC, Stolzenberg-Solomon R, Ueland PM, Vollset SE, Middtun O, Olsen A et al. A U-shaped relationship between plasma folate and pancreatic cancer risk in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition. Eur J Cancer 2011. in press
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