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HomocysteinExperte
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Registriert: Mi Aug 25, 2010 8:18 am Beiträge: 81
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 Das Vitamin Folat
Folate (auch als Vitamin B9 bekannt) spielen eine zentrale Rolle im Körper. Folat ist sehr wichtig für das Zellwachstum und die Zellteilung denn es ist essenziell für die Herstellung der DNA, des Trägers der Erbinformation. Folatmangel beeinträchtigen die Verdopplung der DNA, und auch die Methylierung (Hypomethylierung). Durch einen Folatmangel beeinflusste Methylierungsreaktionen werden für die Übersetzung der DNA (Genexpression) sowie für viele Stoffwechselvorgänge benötigt. Daher können sich bei Folatmangel Erkrankungen wie Anämie, Krebs, Geburtsdefekte und neurologische Schäden entwickeln. Folsäure, ist die synthetische Form des Vitamins, die in Vitaminsupplementen und angereicherten Lebensmitteln zu finden ist. Sie ist die stabilste Form des Vitamins und wird in dieser Form nahezu komplett (80-90%) resorbiert. Für den menschlichen Organismus ist nicht Folsäure ein essentielles Vitamin, sondern die mit der Nahrung aufgenommenen, metabolisch aktiven Folate. Folsäure wird aber im Körper in diese aktiven Formen umgewandelt Da die Folatkonzentrationen im Serum durch die letzte Nahrungsaufnahme stark beeinflusst werden, ist nur die Bestimmung im Serum aus Nüchternblut sinnvoll (man soll Ca. 8 Stunden Nüchtern sein). Der Folatstatus sollte auf Grund seiner starken Abhängigkeit von der Qualität der Nahrung durch zwei im Abstand von mehreren Tagen erfolgende Messungen erhoben werden. Dabei ist ein Wert >5,5 µg/l (>12,5 nmol/l) mit hoher Wahrscheinlichkeit als ausreichende Folatversorgung einzuordnen. Ein Mangel an frischem Obst und Gemüse, begünstigt den in Europa sehr häufigen Folatmangel. Grünes Gemüse, Getreideprodukte, Obst, Hefe und Leber sind die folatreichsten Nahrungsmittel. Bis zu 90% der Folate können allerdings beim kochen, backen, bei der Lagerung, durch Lichteinwirkung, oder durch das waschen der Lebensmittel verloren gehen. Um die empfohlene tägliche Folataufnahme von 400 μg (600 μg für Schwangere) diätetischer Folat-Äquivalente (DFE) zu erreichen müsste man theoretisch mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag essen (600-700 g). Die tatsächliche tägliche Folataufnahme mit der Nahrung liegt in Mitteleuropa allerdings durchschnittlich zwischen 230 bis 280 μg was nur der hälfte der empfohlenen Tagesdosis entspricht. Viele Personen sind außerdem träger für die MTHFR C677T-Polymorphismus und haben dadurch höhere Folatbedarf. Ein Folatmangel besteht, ab einer Blutserum Folatkonzentration von weniger als 3,5 µg/l. Ein Folatdefizit führt zunächst zu einer verminderten Folatausscheidung im Urin, gefolgt von einer Abnahme der Konzentration im Blutserum und von einem Abfall der Folatkonzentration in den roten Blutkörperchen nach 3-4 Wochen. Nach 10-12 Wochen ist eine krankhafte Veränderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Übersegmentierung der neutrophilen Granulozyten) zu beobachten und nach einigen Monaten können Erkrankungen der Blutplättchen (Thrombozytopenie), der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) und schließlich Blutarmut (makrozytäre Anämie) folgen. Weitere Folgen eines Folatmangels sind: Schleimhautveränderungen der Mundhöhle, Durchfälle, Wachstumsstörungen, herabgesetzte immunologische Reaktion, Störung der Fertilität, angeborene Missbildungen wie Neuralrohrdefekte sowie neurologische und psychiatrische Störungen. Bei einer ebenfalls durch Folatmangel hervorgerufenen megaloblastären Anämie ist zu beachten dass zusätzliche Untersuchungen nötig sind um einen Folatmangel von einem Mangel an Vitamin B12 zu unterscheiden. Folate und Vitamin B12 wirken sich weiterhin auf die Blutserum-Konzentrationen des Risikofaktors Homocystein aus. Normale Homocystein Werte werden bei Blutserum-Folat >15 nmol/l und einer adäquaten Vitamin B12 Versorgung gefunden Die gesamte Folatmenge im menschlichen Organismus liegt bei 12-28 mg. Davon befindet sich etwa die Hälfte in der Leber. Etwa 10-90 µg/Tag Folat werden mit der Galle ausgeschieden und praktisch vollständig im Darm rückresorbiert. Bei entzündlichen Darmerkrankungen ist jedoch die Rückresorption eingeschränkt. Die Körperreserven an Folat sind gering (biologische Halbwertszeit ~100 Tage). Bei Entzug von Nahrungsfolat reichen die Reserven für etwa 3-4 Wochen, dann kommt es zum Abfall des Serumfolats und nach weiteren 10-12 Wochen zu ersten krankhaften Veränderungen (Übersegmentierung der neutrophilen Granulozyten).
Folatwerte im Blut (Blutserum) sollten bestimmt werden bei: - Senioren - Demenz - Gefäßerkrankungen - Chronischem Alkoholismus - Chronischen Lebererkrankung - Geplanter Schwangerschaft bei vorherigem Geburtsfehlern oder Fehlgeburten - Vorherigen Schwangerschaftskomplikationen (Präeklampsie oder HELLP-Syndrom) - Entzündlichen Darmerkrankungen die Folat-Malabsorption verursachen - Hyperhomocysteinämie
Ein Folatmangel lässt sich auf vier wesentliche Einflussfaktoren zurückführen: - Unterversorgung wegen mangelnder Zufuhr - Eine verminderte Folatresorption im Darm - Ein erhöhter Verbrauch - Behandlung mit bestimmten Medikamenten (Antifolate)
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